Termine

3. Mai 2021

frauenORT Theanolte Bähnisch - Ausstellung im gesamten Stadtgebiet

Der frauenORT Theanolte Bähnisch in Bad Pyrmont wurde in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Bad Pyrmont und dem Deutschen Frauenring (Landesverband Nds.) im Mai 2010 eröffnet. Daher feierte Bad Pyrmont im letzten Jahr 10-jähriges Bestehen – doch leider kam durch das Pandemiegeschehen alles anders als geplant und die Wanderausstellung konnte nicht gezeigt werden. Um dieses bedeutende Ereignis nun dochnoch angemessen zu würdigen, wird Theanolte Bähnisch in diesem Jahr - zusammen mit anderen bedeutenden Frauen - mit einer Ausstellung „frauenORTE Niedersachsen – Über 1000 Jahre Frauengeschichte“ in der Bad Pyrmonter Innenstadt geehrt. Initiiert durch den Arbeitskreis frauenORT Theanolte Bähnisch, bestehend aus Vertreterinnen der Politik, Staatsbad, Museum und der Bad Pyrmont Tourismus GmbH wird nun die Ausstellung im Zeitraum vom 03. Mai bis 28. Mai 2021 in Bad Pyrmont zu sehen sein.


Theanolte Bähnisch (1899-1973) war Regierungspräsidentin, Juristin und Wegbereiterin der Frauenbewegung nach 1945. Durchsetzungsstark und stets die erste Frau im Amt. Die Juristin Theanolte Bähnisch erschloss in den 1920er Jahren die höhere Verwaltungslaufbahn für Frauen. Nach dem 2. Weltkrieg arbeitete die Sozialdemokratin als Regierungspräsidentin des Regierungsbezirks Hannover und Bevollmächtigte des Landes Niedersachsen beim Bund für den Wiederauf- und ausbau des Landes. In dieser Funktion hat sie wesentlich zur Gründung und Entwicklung des Staatsbads beigetragen. Bedeutend war auch ihr Engagement für die Entwicklung der westdeutschen Frauenbewegung. Bereits im Juni 1947 gründete sie den Frauenring der britischen Zone. Unterstützt von der Politik und engagierten Frauen gründete sie 1949 den „Deutschen Frauenring“ im Konzerthaus der Kurstadt Bad Pyrmont. Zum Anlasse ihres 100-jährigen Bestehens ehrt Soroptimist International derzeit in einer europäischen Kampagne 100 vorbildliche europäische Soroptimistinnen. Auch Theanolte Bähnisch gehört zu diesen herausragenden Frauen. 1956 hat Theanolte Bähnisch die sogenannte Charterurkunde zur Gründung des 6. Soroptimist-Clubs in Hannover gemeinsam mit anderen Gründerinnen unterzeichnet.

 

Die Wanderausstellung „frauenORTE Niedersachsen – Über 1000 Jahre Frauengeschichte“ präsentiert Frauengeschichte und Frauenkultur in einem Zeitraum von über 1000 Jahren mit dem historisch begründeten Schwerpunkt vom 18. bis zum 20. Jahrhundert auf einer gemeinsamen Bühne. Die Ausstellung stellt 35 historische Frauenpersönlichkeiten vor und zeigt, wie sich die zeitgenössische Teilhabe von Frauen in der Gesellschaft entwickelt hat. Der zeitliche und thematische Bogen der Ausstellung spannt sich von der Kanonisse Roswitha von Gandersheim (930 - 980) bis zu Cilli-Maria Kroneck-Salis, Mitbegründerin des Osnabrücker Frauenhauses in den 1970er Jahren. Helene Lange und Anita Augspurg, einflussreiche Kämpferinnen für das Frauenwahlrecht werden ebenso vorgestellt wie Theanolte Bähnisch und Hertha Peters, die als erste Regierungspräsidentin und erste Landrätin in Niedersachsen gewirkt haben. All diese Frauen haben oft viel riskiert, Hervorragendes geleistet und sind deshalb auch heute noch Vorbilder.

 

Die Ausstellung gliedert sich in vier Kategorien: Eroberinnen des politischen Terrains, Pionierinnen in Bildung und Beruf, Schöpferinnen von Kunst und Kultur und Akteurinnen zwischen den Konfessionen. So sind auch die einzelnen Frauen-Portrait-Displays thematisch zugeordnet in der gesamten Innenstadt zu finden. Informationen sind erhältlich bei der Bad Pyrmont Tourismus GmbH, unter www.badpyrmont.de und natürlich direkt an den einzelnen Schaufenstern. Auch ist ein Blick abseits der Ausstellung rechts und links lohnenswert, im Kurpark locken sommerliche Bepflanzungen und in der Innenstadt bietet sich die Möglichkeit zum Bummeln mit Terminen, zur Kontaktverfolgung kann ganz einfach die Luca App eingesetzt werden.


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Aktuelles & Termine

1. März 2026
Alte Briefe und Urkunden, die in unseren Schubladen schlummern, sind in Schriften geschrieben, die es heute so nicht mehr gibt und die kaum noch jemand lesen kann: Sütterlin und Kurrent. Am 3. März wollen wir uns gemeinsam mit Ihnen diesen alten Schriften zuwenden und versuchen sie zu entziffern. Von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr können Sie bei uns im Museum die Grundlagen der sogenannten Paläographie erlernen. Sind Sie daran interessiert, melden Sie sich bitte unter info@museum-pyrmont.de oder telefonisch unter 05281 606771 an. Haben Sie selber ein paar Schätze in Ihren Schubladen? Bringen Sie die gerne mit und wir schauen sie uns gemeinsam an. Teilnahmegebühren: 10 Euro Museumsvereinsmitglieder: 5 Euro
26. Februar 2026
Donnerstag, 5. März 2026 um 19.30 Uhr im Lindenhof (Griessemer Strasse 53) Das Tagebuch der Anne Frank Theaterstück für Menschen ab 14 Jahren Begleitend zu unserer Sonderausstellung freuen wir uns auf ein Gastspiel des jungen Theaters des Landestheater Detmold: »Bei allem, was ich tue, muss ich an die anderen denken, die weg sind. Und wenn ich wegen etwas lachen muss, höre ich erschrocken wieder auf und denke mir, dass es eine Schande ist, fröhlich zu sein. Aber muss ich denn den ganzen Tag weinen?« Das Tagebuch war für Anne Frank Ersatz für eine Freundin und Gesprächspartnerin. In dem engen Versteck vor den Nationalsozialisten ist es ein Ventil für ihre Sorgen und Ängste. In ihm spiegeln sich die politischen Geschehnisse sowie die Entwicklung eines Mädchens zur jungen Frau. »Das Tagebuch der Anne Frank« bleibt eines der eindringlichsten Dokumente der Judenverfolgung im Nationalsozialismus. Diese Veranstaltung wird von der Pyrmonter Theater Companie organisiert und unterstützt von den Stadtwerken Bad Pyrmont. Ticktes sind für 18 Euro bei der Touristen Information erhältlich.
23. Februar 2026
15. März, 16 Uhr im Quäkerhaus (Bombergallee 9) Konzert-Lesung „Ein Quäker-Ehepaar in Nazi-Deutschland“ Begleitend zur großen Sonderausstellung „Ein Weltbad wie Pyrmont“ – Kurstadt und Nationalsozialismus veranstaltet die Quäker Gruppe Bad Pyrmont einen besonderen Nachmittag zur Geschichte des Ehepaars Friedrich. Als die Hitlerjugend 1934 das neu erbaute Quäkerhaus beschlagnahmen wollte, zog das Quäker-Ehepaar Mary und Leonhard Friedrich aus Nürnberg nach Bad Pyrmont um es zu schützen. Es folgten turbulente Zeiten, 1942 -1945 war Leonhard in Buchenwald inhaftiert. Anhand Marys Tagebüchern schrieb ihre Tochter Brenda ein lebendiges Zeitzeugnis über die NS-Zeit im Quäkerhaus und der Stadt Pyrmont bis 1966. Das Buch erschien im Jahr 2000. Ein Nachdruck ist geplant. Musikalisch wird die Lesung begleitet von Thorsten Schiefer am Flügel. Eintritt frei. Im Anschluss bitten wir um eine Spende für den Erhalt und Betrieb des Quäkerhauses als öffentlichen Veranstaltungsort. Reservierung möglich Tel.: 05281/4413, gerne über das Kontaktformular
22. Februar 2026
7. Mai, 18 Uhr in der Beletage von Schloss Pyrmont „Adressat unbekannt“ – Ein Briefroman als Lesung mit der Pyrmonter Theater Companie Im Rahmen der Sonderausstellung im Schloss bietet die Pyrmonter Theater Companie eine ganz besondere Lesung an: „Adressat unbekannt“ ist ein Briefroman der Autorin Kathrine Kressmann Taylor der erstmals 1938 veröffentlicht, wurde. Er ist ein literarisches Meisterwerk von beklemmender Aktualität. Gestaltet als Briefwechsel zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden in den Monaten um Hitlers Machtergreifung, zeichnet dieser Roman in bewegender Schlichtheit die dramatische Entwicklung einer Freundschaft. Max Eisenstein und Martin Schulse betreiben 1932 gemeinsam eine Galerie in San Francisco. Während der Jude Max Eisenstein in den USA bleibt, kehrt Schulse mit seiner Familie nach Deutschland zurück. Nur wenige Monate später hat sich der Opportunist zum Vollblut-Nazi entwickelt, kündigt die Freundschaft auf, geht auf Distanz. Da erreicht ihn eine letzte dringende Bitte seines ehemaligen Freundes aus den USA: Er möge seiner Schwester Griselle, die noch in Deutschland ist, zur Flucht helfen – Schulse verweigert dies nicht nur, sondern liefert die Frau, mit der er einst ein Verhältnis hatte, sogar den Nazi-Schergen aus. Die New York Times urteilte: „Diese moderne Geschichte ist die Perfektion selbst. Sie ist die stärkste Anklage gegen den Nationalsozialismus, die man sich in der Literatur vorstellen kann.“ Gelesen von Carl-Herbert Braun und Jörg Schade. Eintritt: 5€, Museumsvereinsmitglieder frei
22. Februar 2026
Im Februar bietet das Museum im Schloss zwei öffentliche Kuratorenführungen durch die gerade neu eröffnete Sonderausstellung „Ein Weltbad wie Pyrmont“ – Kurstadt und Nationalsozialismus an. Die Ausstellung beleuchtet erstmals die bis dato nur kaum erforschte Geschichte des Nationalsozialismus in der Kurstadt. Thematisiert werden dabei die historischen Ereignisse und Prozesse Bad Pyrmonts während der nationalsozialistischen Herrschaft. Dazu gehören etwa die politische Radikalisierung, die Machtübernahme mit politischer Gleichschaltung der Gesellschaft, die Rolle der lokalen NS-Elite, der Alltag der Bad Pyrmonter Bevölkerung, die Verfolgung politischer Gegner und religiöser Minderheiten, der Ausschluss jüdischer Menschen aus der rassisch konzipierten nationalsozialistischen ‚Volksgemeinschaft‘, Krieg und Zwangsarbeit. In den Führungen erfahren Sie von den Ausstellungsmachern Informatives, Überraschendes und Bewegendes zu Bad Pyrmont in der NS-Zeit. Die öffentlichen Führungen finden am 15. Februar um 11 Uhr und am 25. Februar um 15 Uhr statt. Treffpunkt ist die Museumskasse im Schloss. Weitere Termine für öffentliche Führungen finden Sie hier.  Individuelle Führungen für Gruppen können jederzeit mit dem Museum vereinbart werden. Der Eintritt ins Museum beträgt 4 Euro (Kurgäste und Schwerbehinderte: 3 €; Schüler, Studenten und Arbeitslose: 2 €; Museumsvereinsmitglieder und Gäste mit PyrmontPlus Card: frei) Die Teilnahme an der Führung ist kostenlos.
21. Februar 2026
27. Februar, 18 Uhr in der Beletage von Schloss Pyrmont Lesung von Agnes Imhof "Die Kastanien an der Gracht – Miep Gies und das Tagebuch der Anne Frank" Begleitend zur großen Sonderausstellung „Ein Weltbad wie Pyrmont“ – Kurstadt und Nationalsozialismus liest die Autorin Agnes Imhof aus ihrem Roman "Die Kastanien an der Gracht – Miep Gies und das Tagebuch der Anne Frank": 1942. Als Otto Frank seine Sekretärin Miep Gies um Unterstützung bittet, zögert sie keine Sekunde: Sie wird der Familie beim Untertauchen helfen. Eine Zeit der Ungewissheit in ständiger Angst beginnt und für Miep wird ihr besorgtes Herzklopfen zum täglichen Begleiter. Während die Familie Frank sich im Amsterdamer Hinterhaus versteckt, besorgt Miep heimlich Lebensmittel und leistet der Familie in den kommenden zwei Jahren Gesellschaft. Vor allem die wissbegierige Anne löchert die Helferin immer wieder mit Fragen und hält ihre Erlebnisse in ihrem Tagebuch fest. Doch Krieg und Überwachung machen es zunehmend schwerer, den brüchigen Anschein von Normalität zu wahren. Vor allem angesichts der Frage, die Miep umtreibt: Wie lange kann sie die Menschen, die ihr vertrauen, noch beschützen? Im Anschluss an die Lesung gibt es die Möglichkeit das Buch zu kaufen (€16) und signieren zu lassen. Eintritt: 5€, Museumsvereinsmitglieder frei